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Gaming 5 Min. Lesezeit

Minecraft-Server erstellen: Die komplette VPS-Anleitung

Deine Welt, deine Regeln, kein Lag durch überfüllte Gratis-Hoster. Von Java über Paper bis zu Autostart und Backups: die komplette Anleitung für den eigenen Minecraft-Server.

Lars Kiefer

Lars Kiefer

Ein eigener Minecraft-Server bedeutet: deine Welt, deine Regeln, keine Fremd-Mods und kein Lag durch überfüllte Gratis-Hoster. Was viele nicht wissen – auf einem VPS ist der Weg dahin kürzer, als es klingt. Diese Anleitung führt dich vom leeren Server bis zur Welt, auf der deine Freunde spielen: Java, Paper, Autostart, Whitelist und Backups inklusive.

Was du brauchst

Du brauchst einen Linux-Server (diese Anleitung nutzt Debian/Ubuntu) mit Root-Zugriff, die Minecraft Java Edition auf den Client-Rechnern – und vor allem passende Ressourcen. Minecraft ist ein Spezialfall: Die Spiellogik läuft im Wesentlichen in einem einzigen Thread. Es zählt also CPU-Takt statt Kernzahl, und als Java-Anwendung ist das Spiel dazu ordentlich RAM-hungrig.

Spieler (Vanilla/Paper) RAM des Servers CPU-Empfehlung
1–5 4 GB 2–3 Kerne mit hohem Takt
5–10 6–8 GB 3–4 Kerne mit hohem Takt
10–20 8–12 GB 4 Kerne mit hohem Takt
Modpacks ab 8 GB, eher mehr Takt zählt doppelt

Die Werte sind Richtwerte für den Start; wie du deinen Bedarf grundsätzlich einschätzt, erklärt der Ratgeber zur Server-Dimensionierung.

Schritt 1: System vorbereiten und Java installieren

Bring das System auf den aktuellen Stand und lege einen eigenen Benutzer an – ein Gameserver hat als Root nichts verloren:

sudo apt update && sudo apt upgrade -y
sudo adduser minecraft

Aktuelle Minecraft-Versionen brauchen Java 21. Installiere die schlanke Headless-Variante und prüfe die Version:

sudo apt install -y openjdk-21-jre-headless
java -version

Meldet sich openjdk version "21...", ist die Basis fertig. (Nur für ältere Minecraft-Versionen bis 1.20.4 genügt Java 17.)

Schritt 2: Paper herunterladen und EULA bestätigen

Als Server-Software empfiehlt sich Paper: kompatibel mit Vanilla-Clients, spürbar performanter und die Basis für Plugins, falls du später erweitern willst. Wechsle in den neuen Benutzer, lege ein Verzeichnis an und lade die aktuelle Paper-Version – den Download-Link kopierst du dir von der offiziellen PaperMC-Downloadseite:

sudo su - minecraft
mkdir server && cd server
wget -O paper.jar "<Download-Link von papermc.io>"

Starte den Server nun einmal an – der erste Lauf bricht absichtlich ab und erzeugt die Datei eula.txt, denn Mojang verlangt, dass du die Endnutzer-Lizenz aktiv bestätigst. Öffne sie danach und setze eula=true:

java -Xms3G -Xmx3G -jar paper.jar --nogui
nano eula.txt

Zu den Java-Flags: -Xms und -Xmx legen den Arbeitsspeicher fest und sollten auf denselben Wert gesetzt sein. Lass dem Betriebssystem dabei rund 1 GB Luft – auf einem 4-GB-Server sind 3G die richtige Wahl.

Schritt 3: Grundkonfiguration und erster Start

Nach dem EULA-Lauf liegt die zentrale Konfigurationsdatei server.properties im Verzeichnis. Drei Einstellungen verdienen sofort deine Aufmerksamkeit:

  • white-list=true – nur eingeladene Spieler dürfen drauf. Ein offener Server wird von Scannern gefunden, keine Frage des Ob, nur des Wann.
  • online-mode=true – unbedingt so lassen! Der Modus prüft Accounts gegen die Mojang-Server; ohne ihn kann sich jeder mit beliebigem Namen (auch deinem) einloggen.
  • motd=... – der Begrüßungstext deines Servers in der Serverliste.

Öffne dann den Minecraft-Port in der Firewall (in einer zweiten Session als sudo-fähiger Benutzer):

sudo ufw allow 25565/tcp

Starte den Server nun erneut mit dem java-Befehl aus Schritt 2. In der Server-Konsole trägst du dich selbst ein und machst dich zum Operator:

whitelist add DeinSpielername
op DeinSpielername

Jetzt der große Moment: Im Minecraft-Client unter „Multiplayer" die Server-IP eintragen und beitreten. Läuft alles, stoppst du den Server sauber mit dem Konsolenbefehl stop – weiter geht es mit dem Dauerbetrieb. (Schöner als die nackte IP: Mit einer eigenen Domain und einem A-Record verbinden sich Spieler über mc.deinedomain.de – ein SRV-Eintrag _minecraft._tcp ist nur bei einem abweichenden Port nötig.)

Schritt 4: Dauerbetrieb mit systemd

Damit der Server nach einem Reboot oder Absturz von selbst wiederkommt, richtest du ihn als systemd-Dienst ein. Lege (wieder als sudo-Benutzer) die Datei /etc/systemd/system/minecraft.service an:

[Unit]
Description=Minecraft Server (Paper)
After=network.target

[Service]
User=minecraft
WorkingDirectory=/home/minecraft/server
ExecStart=/usr/bin/java -Xms3G -Xmx3G -jar paper.jar --nogui
Restart=on-failure

[Install]
WantedBy=multi-user.target

Dann aktivieren und starten:

sudo systemctl enable --now minecraft
sudo systemctl status minecraft

Verwaltungsbefehle gibst du künftig bequem im Spiel als Operator ein (/whitelist add ..., /gamemode ...). Wer zusätzlich die Server-Konsole braucht, startet den Prozess alternativ in einer screen- oder tmux-Sitzung oder aktiviert RCON – für den Alltag mit einer kleinen Runde ist der systemd-Weg der robusteste.

Schritt 5: Backups und Performance im laufenden Betrieb

Deine Welt lebt im Ordner world (plus world_nether und world_the_end) – und sie ist unwiederbringlich, wenn etwas schiefgeht. Ein nächtliches Archiv per Cronjob ist Pflicht, hier um 4 Uhr mit Datum im Namen:

crontab -e
# als Zeile eintragen:
0 4 * * * tar -czf /home/minecraft/backups/world-$(date +\%F).tar.gz -C /home/minecraft/server world world_nether world_the_end

Lege den Ordner backups vorher an, prüfe gelegentlich, ob die Archive wirklich entstehen – und spiele einmal testweise ein Backup zurück. Die Nachtzeit ist übrigens bewusst gewählt: Ein Archiv, das entsteht, während gerade viel gebaut wird, kann inkonsistent sein. Vor jedem Server- oder Paper-Update gilt zusätzlich: erst Backup, dann Update.

Ruckelt es später bei mehr Spielern, sind die wirksamsten Hebel der Reihe nach: view-distance in der server.properties senken (Standard 10, spürbar sparsamer sind 7–8), RAM-Flags an die Spielerzahl anpassen und die als „Aikar-Flags" bekannten optimierten Java-Startparameter nachrüsten. Hilft das alles nicht, ist die Single-Thread-Leistung der CPU am Limit – dann hilft nur ein Host mit mehr Takt.

Faustregel: Ein Minecraft-Server skaliert fast nur über CPU-Takt und RAM – nicht über Kernzahl. Zwei schnelle Kerne schlagen acht langsame.

Fazit

Java installieren, Paper einrichten, EULA und Whitelist setzen, systemd übernehmen lassen, Backups automatisieren – mehr steckt nicht hinter einem stabilen eigenen Minecraft-Server. Ab jetzt gehören Welt und Regeln dir. Weil die Tick-Schleife an einem einzigen Thread hängt, lohnt sich bei der Serverwahl der Blick auf den Takt: Genau dafür ist die Ryzen-9-Linie mit hohem Boost-Takt und 3D V-Cache gebaut.

Themen: #Minecraft #Gameserver #Java #Tutorial
Lars Kiefer

Geschrieben von

Lars Kiefer

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